Seit vielen Jahren treibt es die deutsch Sprecher, Sprecherinnen und geschlechtlich darüber hinaus definierten Angehörigen der Sprachfamilie um, wie die Geschlechter gleichberechtigt im sprachlichen Ausdruck unterzubringen sein könnten. Schon vor mehreren Jahrzehnten war es das Binnen-I, welches die Bedürfnisse der progressiven SprachnutzerInnen befriedigte. Es ist inzwischen fast vollständig aus der Anwendung verschwunden. Zumindest in den Schriften, die der Autor dieser Zeilen selbst liest. Dann kamen praktisch zeitgleich der Binnen-Doppelpunkt wie auch der Binnen-Stern auf. Im mündlichen Sprachgebrauch durch eine Kunstpause vor der Wortendung artikuliert. Aus meiner rein subjektiven Sicht wage ich die Vorhersage, dass es diesen Lösungen wie dem Binnen-I ergehen wird. Auf Dauer wird kaum die Mehrheit der Spachnutzer*innen vor jedem „innen“ eine Kunstpause einlegen. Genauso wenig, wie wir alle automatischen Rechtschreibehilfen auf Binnen-Doppelpunkte trainieren werden. Zudem ist es ziemlich mühsam, unseren Computern die Verwendung des Sterns als Platzhalter für eine beliebige Anzahl Zeichen wieder rauszuprogrammieren. Übrigens geistert über die ganze Zeit noch die Lösung der Sprechenden herum, die alles vermännlichen wollen, durch Nutzung der Endung „enden“ für alle Geschlechter. So werden die Sprechenden dauerhaft maskulinisiert und es wirkt dennoch für kurze Zeit irgendwie geschlechtsneutral. Auch diese Lösung wird dem Anspruch nicht gerecht, die Geschlechter angemessen im Sprachgebrauch zu verankern.

Die elegante Lösung ist wie so oft die einfachste. Sie besteht daraus, die Worte ins Neutrum zu setzen und die Endungen wegzulassen. Das Aut wird so genauso neutral wie das Sprech. Im Plural hilft das angefügte -s aus, um die Auts klar abzugrenzen vom Aut im Singular. So können sich alle Menschs, egal welchem Geschlecht sie sich zugehörig fühlen, gleichermassen mit der Sprachverwendung identifizieren. Es ist klar, dass es einige gewöhnungsbedürftig finden werden, wenn sie das Bäck nach einem Brot und das Bau nach der Bauregel fragen sollen. Gewisse historisch bedingte Ausnahmen wird es vermutlich weiter geben, besonders, wenn das Neutrum bereits heute in Gebrauch ist, wie beim Huhn. Vermutlich wird das weibliche Huhn weiterhin als „das Huhn“ bezeichnet werden. Obwohl die geschlechtsgerechte Sprachverwendung eine viel einfachere Grundregel erlauben wird: „Das Huhn“ steht für das Tier im Allgemeinen, „die Huhn“ für das weibliche, „der Huhn“ das männliche Tier. Es ist in diesem Fall zu vermuten, dass auch der Hahn weiterhin Verwendung finden wird. Doch das wird die geschlechtsgerechte Sprache nicht weiter stören.